
Ärztliche Weiterbildung
Die ärztliche Weiterbildung ist ein zentrales Anliegen unseres Hauses. Es liegen Weiterbildungsermächtigungen in den Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesiologie vor. Unser Ziel ist es, Ihnen eine breite, medizinische Ausbildung anzubieten, bei der sowohl theoretische Grundlagen als auch Ihre praktischen Fähigkeiten gefördert werden. Wir bieten eine strukturierte Facharztausbildung mit jährlichem Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräch als Grundlage für regelmäßige Kommunikation.
Weiterbildungsermächtigungen in der St. Joseph Eifelklinik Prüm
| Zusatzweiterbildung Klinische Akut-und Notfallmedizin | 12 Monate | Kontakt |
| Basisweiterbildung Chirurgie | 24 Monate | Kontakt |
| Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie (30 Monate Viszeralchirurgie,6 Monate Notfallaufnahme) ohne Intensivmedizin | 36 Monate | Kontakt |
| Basisweiterbildung Innere Medizin (davon 6 Monate Intensivmedizin) | 36 Monate | Kontakt |
| Facharzt Innere Medizin (davon 6 Monate Notfallaufnahme) | 54 Monate | Kontakt |
| Facharzt Anästhesiologie (davon 6 Monate Intensivmedizin) | 24 Monate | Kontakt |
| Facharzt Innere Medizin (davon 6 Monate Intensivmedizin) | 24 Monate | Kontakt |
| Zusatzbezeichnung Geriatrie (nach alter WBO) | 24 Monate | Kontakt |
| Zusatzbezeichnung Geriatrie (nach neuer WBO, ab 01.01.2022) | 18 Monate | Kontakt |
Änderungen vorbehalten
Ausbildung, Fort- und Weiterbildung
Im St. Joseph-Krankenhaus Prüm wird Wert nicht nur auf die Fort- und Weiterbildung bzgl. der gesetzlich geltenden Anforderungen, sondern auch auf die persönliche diagnose- und behandlungsbezogene Fortbildung der ärztlichen Mitarbeiter gelegt. Regelmäßig finden interne Fortbildungsveranstaltungen in allen Fachabteilungen statt. Die Teilnahme an außerhäuslichen Fort- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen wird unterstützt und gefördert.
Der Chefarzt der Abteilung verfügt über die volle Befugnis zur Weiterbildung zum Erwerb der Zusatz-Weiterbildung Geriatrie im Bundesland Rheinland-Pfalz gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, sowohl nach der alten als auch nach der neuen WBO.
Weiterbildungscurriculum Geriatrie am St. Joseph-Krankenhaus Prüm
Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Geriatrie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung und Rehabilitation körperlicher und seelischer Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter mit dem Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung größtmöglicher Selbstständigkeit.
Allgemeine Lernziele:
Innerhalb der Weiterbildungszeit sollen Wissen und Fertigkeiten insbesondere zu folgenden Inhalten erarbeitet werden:
- Kenntnisse der altersabhängigen Faktoren mit Einfluss auf Gesundheit und Krankheit, Körper und Seele
- Folgen und Probleme der Multimorbidität
- Grundlagen und Möglichkeiten der Prävention von Risikofaktoren im Alter
- Betreuung von betagten Patienten mit eingeschränkter Hirnfunktion und den daraus resultierenden medizinischen und sozialen Problemen
- (Früh-) Rehabilitation und Behandlung von chronischen Krankheiten
- Grundkonzepte der Palliativmedizin sowie die Begleitung Sterbender
- Erwerb von Erfahrungen in der Beurteilung und Formulierung von interdisziplinären geriatrischen Betreuungszielen
- Erwerb von didaktischen Fähigkeiten, das geriatrische Wissen und die Fähigkeiten weiter zu geben
Weiterbildungsziel
Das Ziel der Weiterbildung ist, innerhalb der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit die erforderlichen Weiterbildungsinhalte zu erarbeiten und damit die fachliche Kompetenz zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Geriatrie zu erwerben.
Voraussetzung
Voraussetzung zum Erwerb der Zusatz-Weiterbildung Geriatrie im Bundesland Rheinland-Pfalz ist eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung.
Weiterbildungszeit
24 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten für Geriatrie gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können 6 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Weiterbildungsinhalt
Die Weiterbildungsinhalte orientieren sich an der Weiterbildungsordnung zur Zusatz-Weiterbildung Geriatrie der Ärztekammer Rheinland-Pfalz.
Weiterbildungsschwerpunkte Geriatrie
Zeitlicher Ablauf der geriatrischen Weiterbildung
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Fachübergreifende Problemstellungen werden im Rahmen eines strukturierten Konsilwesens interdisziplinär mit Vertretern der jeweiligen Fachrichtungen im Hause erörtert und diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen festgelegt. Fragestellungen von im Hause nicht vertretenen Fachdisziplinen wie Neurologie, Neurochirurgie oder Psychiatrie werden mit niedergelassenen Kollegen im Umfeld bzw. entsprechenden Fachabteilungen der umliegenden Kliniken erörtert.
Weiterbildungsschwerpunkte Geriatrie
Die Weiterbildungsinhalte befassen sich mit dem Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in
- der Gerontologie (Demographie, Epidemiologie, Physiologie des Alterns)
- der Ätiologie, der Pathogenese, der Pathophysiologie und der Symptomatologie von Erkrankungen und Behinderungen des höheren Lebensalters, einschließlich dementieller Abbauprozesse
- der Akut- und Intensivmedizin bei geriatrischen Patienten unter besonderer Berücksichtigung von Multimorbidität, Prognose und erreichbarer Lebensqualität
- der Indikationsstellung zu invasiven und nichtinvasiven Maßnahmen unter Berücksichtigung der komplexen Gesamtsituation, der Prognose, der Therapiekonsequenzen und der erreichbaren Lebensqualität
- den speziellen geriatrisch relevanten diagnostischen Verfahren, der Einschätzung aller relevanten Problembereiche (geriatrisches Assessment) und der Beurteilung der physischen und psychischen (vor allem auch kognitiven) Funktionseinschränkungen
- den speziellen geriatrischen Therapien von körperlichen und seelischen Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter, der geriatrischen Rehabilitation (einschließlich geriatrischer Frührehabilitation) sowie der prothetischen Versorgung, der Hilfsmittelversorgung und Wohnraumanpassung
- der Behandlung der geriatrischen Syndrome, insbesondere
- Inkontinenz (Stuhl- und/oder Harninkontinenz)
- metabolische Instabilität
- Delir
- Sturz, lokomotorische Probleme (z.B. Synkope, Schwindel, Gangunsicherheit)
- Immobilität und verzögerte Remobilität
- Dekubitus
- Schlafstörungen
- Schmerz- und Schmerztherapie
- Fehl- und Mangelernährung, Exsikkose, Ess-, Trink- und Schluckstörungen, künstliche Ernährung
- Obstipation
- kognitive und neuropsychologische Probleme einschließlich Depression und Demenz
- Hemiplegie-Syndrom
- Failure-to-thrive-Syndrom
- Frailty („Gebrechlichkeit“)
- Osteoporose
- der speziellen Diagnostik und antimikrobiellen Chemotherapie von Infektionskrankheiten einschließlich der besonderen Sepsissituation im Alter
- physiotherapeutischen, ergotherapeutischen, sprachtherapeutischen und psychologischen Therapiekonzepten und speziellen pflegerischen Maßnahmen in der Geriatrie
- der Gerontopharmakologie, pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Besonderheiten im Alter und der Dosierung von Arzneimitteln sowie der Medikamenteninteraktion bei Mehrfachverordnung, den Problemen der Compliance beim alten Menschen
- dem Einsatz von Maßnahmen zur Sekundärprävention
- der Palliativmedizin bei geriatrischen Patienten im Rahmen des Gesamtkonzeptes und der Sterbebegleitung
- der altersadäquaten Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Diätetik
- der Erkennung und Behandlung von Altersmisshandlungen
- der Geroprophylaxe einschließlich der Ernährungs- und Hygieneberatung
- der Anleitung des therapeutischen Teams
- den spezifischen Maßnahmen zur Reintegration multimorbider Patienten in die häusliche Umgebung
- der besonderen Problematik der geriatrischen Langzeitbehandlung bei chronischen Krankheiten unter spezieller Berücksichtigung der Patientenführung des Kompetenzerhaltes
- den sozialmedizinischen Aspekten des alten Menschen, insbesondere der Nutzung sozialer Einrichtungen zur Wiedereingliederung und der Möglichkeit der teilstationären Behandlung und ambulanten geriatrischen Rehabilitation sowie externer Hilfen, multidimensionaler Lösungsansätze (z.B. Case Management) und der Nutzung vernetzter stationärer und ambulanter Angebote
- den rechtlichen und ethischen Grundlagen des geriatrischen Handelns (SGB V, SGB XI, Betreuungsrecht, Bundessozialhilfegesetz, Wille und mutmaßlicher Wille des alten Menschen, Grenzen diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen, Palliativmaßnahmen)
- Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:
- Durchführung des multidimensionalen geriatrischen Assessments einschließlich des Einsatzes standardisierter Verfahren
- Durchführung und Dokumentation der Diagnostik und der komplexen Therapie von Patienten im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter einschließlich der Akutmedizin, der Rehabilitation der Prävention und ggf. palliativer Verfahren
- Mitwirkung bei Ösophago-Gastro-Duodenoskopien insbesondere der Anlage von perkutanen endoskopischen Gastrostomien (PEG)
- Einschätzung und Behandlung chronischer Wunden
- Mitwirkung bei der Anlage von suprapubischen Harnableitungen
- Mitwirkung bei der Dysphagie-Diagnostik (z.B. Fiberendoskopische Laryngoskopie oder radiologische Verfahren)
- Testungen der Hirnleistungsfähigkeit (unter Einsatz von geeigneten Assessment-Instrumenten
Zeitlicher Ablauf der geriatrischen Weiterbildung
Die Weiterbildung an der St. Joseph Eifelklinik Prüm ist in drei Abschnitte gestaffelt:
1. Abschnitt (1. bis 8. Monat):
- Kennenlernen der relevanten Abteilungs-Schnittstellen
- Erwerb und Ausbau von Grundkenntnissen
- Anamneseerhebung beim Betagten und seiner Angehörigen unter Berücksichtigung von Multimorbidität und typischen Symptomkonstellationen beim betagten Patienten. Erfassung der aktuellen Situation, des emotionalen und familiären Umfeldes und Betreuungsnetzes. Erkennung von altersspezifischen Belangen wie Vigilanz, affektivem und emotionalen Zustand, Aufmerksamkeit, Konzentrations- und Urteilsvermögen, Ernährungsgewohnheiten sowie allgemeiner Defizite mentaler und körperlicher Natur
- körperliche Untersuchung Betagter unter Berücksichtigung der Alltagsfunktion und Erkennung von Schwierigkeiten beim Verstehen und Umsetzen von Anweisungen
- Erlernen und Erkennen atypischer Symptomatologie beim Betagten insbesondere bei Störungen der Herz- und Kreislauffunktion, Infektionen insbesondere der Lungen und des Urogenitaltrakts, der Ursache von Stürzen, bei akuten oder chronischen Schmerzen sowie sensomotorischen Störungen
- Erlernen der Durchführung und Interpretation der spezifischen geriatrischen Assessments
- Einführung in die interdisziplinäre Zusammenarbeit im geriatrischen Team
- Erwerb von Kenntnissen in der Betreuung betagter Patienten mit chronischen Affektionen wie
- Folgen zentraler oder peripherer neurologischer Erkrankungen wie Parkinsonsyndrom, Polyneuropathien oder Zustände nach Schlaganfall auch in Zusammenarbeit mit Neurologen
- Demenz unterschiedlicher Ätiologie sowie chronische Psychosen
- Auswirkungen längerer ImmobiIität auf Haut, Muskulatur und Skelett
- lokalisierte oder diffuse Schmerzzustände
- Schluckstörungen sowie deren Ursachen und mögliche Folgen
- Stoffwechselstörungen, metabolische Dysbalance, Elektrolytentgleisungen sowie Ernährungsstörungen und Mangelzustände
- Erlernen spezifischer Indikationsstellungen
- der frührehabilitativen Komplexbehandlung
- der Behandlung im Bereich der Alterstraumatologie
- Teilnahme an hausinternen Fortbildungen
2. Abschnitt (9. bis 16. Monat):
- Anwendung, Vertiefung und Erweiterung der im ersten Abschnitt erlernten Weiterbildungsinhalte in der täglichen Praxis
- Vertiefung der Kenntnisse der medikamentösen Therapie:
- Berücksichtigung der spezifischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik bei Älteren, Erfassung von Problemen der Polypharmazie, atypischer Medikamentenwirkungen und Nebenwirkungen sowie Berücksichtigung mangelnder oder fehlender Therapieadhärenz
- Vertiefung der Kenntnisse der nicht-medikamentösen Therapie:
- Erarbeitung und Indikationsstellung für Behandlungen in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des geriatrischen Teams, insbesondere Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Psychologen, Fach-Pflegepersonal sowie Einbeziehung des Sozialdienstes und der Palliativmedizin
- Vertiefung der Kenntnisse im Bereich der Erfassung des kognitiven und affektiven Status
- Erkennen und Differenzierung einer Psychopathologie von körperlichen Störungen mit psychischen Auswirkungen beim Betagten
- Erkennen schwerer Depression einschließlich Suizidgefährdung
- akute Verwirrtheitszustände und Delir und deren Ursachen
- Differentialdiagnostik Demenz – Delir – Depression
- auch in Zusammenarbeit mit zugezogenem Psychiater und/oder Psychologen
- Erkennen und Differenzierung einer Psychopathologie von körperlichen Störungen mit psychischen Auswirkungen beim Betagten
- Vertiefung der Kenntnisse in der interdisziplinären Zusammenarbeit im Team sowie mit den weiteren Fachabteilungen des Hauses
- Konsiltätigkeit mit Befunderhebung und Therapievorschlag
- Vertiefung der Kenntnisse im Hygienemanagement bezogen auf die spezifischen Vorgaben im St. Joseph-Krankenhaus
- Teilnahme an diagnose- und behandlungsbezogenen Fortbildungsveranstaltungen
- Vertiefung des Entlass- und Überleitungsmanagements
- Erwerb von Kenntnissen im Bereich des Betreuungsrechts
- Begleiten des Betagten am Ende des Lebens unter
- Berücksichtigung der Befindlichkeit vor dem Hintergrund der Leidenslinderung und Beachtung der Bedürfnisse auch spiritueller Natur sowie mit Betreuung der Familie
- bewusster Einsatz oder Verzicht lebensverlängernder Maßnahmen im Einklang mit dem Patientenwillen sowie den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, gegebenenfalls Einholung eines Ethikkonsils
3. Abschnitt (17. bis 24. Monat)
- Anwendung, Vertiefung und Erweiterung der erlernten Weiterbildungsinhalte in der täglichen Praxis
- begleitete Übernahme der Organisation im interdisziplinären therapeutischen Team und Leitung der Teamsitzungen
- Überwachung der Durchführung von strukturierter (Akut-) Diagnostik einschließlich geriatrischem Assessment bei Patienten
- frühzeitige Identifizierung von Problembereichen und deren Übermittlung an primär zuständige Mitglieder des geriatrischen Teams
- Formulieren eines rationalen Therapieziels unter Berücksichtigung funktioneller, sozialer sowie ökonomischer Aspekte
- Absprechen der formulierten Behandlungsziele mit dem Patienten und dessen Angehörigen
- Planung und Koordination der therapeutischen Maßnahmen sowie Führung des geriatrischen Teams
- Überwachung des Therapieverlaufs und gegebenenfalls Anpassung der formulierten Therapieziele gemeinsam mit dem therapeutischen Team
- selbstständige Durchführung von Aufklärungs- und Beratungsgesprächen
- Organisation von Entlassungen und Überleitungen
- Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Fachgebiet Geriatrie, ggf. Hospitation in einer kooperierenden Abteilung und/oder vergleichbaren Einrichtung
- Vertiefung der Kenntnisse der interdisziplinären und alterstraumatologischen Arbeit der Abteilung in Zusammenarbeit mit den Kollegen
- Mitwirkung bei der Überwachung und gegebenenfalls erforderlichen Überarbeitung und Anpassung von Kernprozessen der Abteilung
- Teilnahme am Unterricht für ärztliches und nichtärztliches Personal
Gegen Ende des 8., 16. und 24. Weiterbildungsmonats sind Gespräche zwischen dem Weiterzubildenden und dem Chefarzt vorgesehen. Dabei wird jeweils eine Bilanz der bisherigen Weiterbildung gezogen und die weitere Entwicklung geplant.